Polizeichor Mönchengladbach

Die Chorleiter

Chorleiter Hans Eduard (Edi) Riethmacher

Musikdirektor Riethmacher leitet den Mönchengladbacher Polizeichor seit Anfang Januar 2014. Von ihm sind bisher folgende persönliche Daten bekannt:

Geburtsdatum:Neujahrsfest des PC 2014 (50)
17.09. 1947
Studium:
a)   1964 bis 1971 Kirchenmusikschule Aachen
(Abschluss B-Examen)
b)   Schulmusik am Robert Schumann Konservatorium Düsseldorf
Chorleiter:
1968  Übernahme der ersten Chöre
2014  Leitet derzeit Fünf Männerchöre mit verschiedenen Ansprüchen
Eigene Musikschule:
1972  Gründung der eigenen „Musikschule Riethmacher“
Auszeichnungen:
a)   1972 – 1976  Alle Diplome der Technics Musikschul-Akademie
b)   2005  Titel Musikdirektor FDB
Leistungssingen:
Zahlreiche Leistungs- und Meisterchorsingen
(4 x Titel Meisterchor)
Konzertreisen…
…nach Kanada, Amerika, Italien und weitere

 

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Chorleiter-Chronik

Über die tatsächliche Anzahl der Chorleiter des Polizeigesangvereins seit seiner Gründung im Jahr 1922 gibt es keine verbindlichen Unterlagen mehr. Durch mündliche Überlieferung älterer Sänger wurde lediglich bekannt, dass der Chor etwa ab Ende der 20-ger Jahre von dem Volksschullehrer Josef Rauher dirigiert wurde. Bekannt ist aber nicht, wie viele Jahre Herr Rauher Chorleiter des Polizeigesangvereins war.

Chordirektor Hans Schäfer

Als sich nach dem 2. Weltkrieg Anfang Mai 1952 frühere Sänger des Polizeigesangvereins M.Gladbach-Rheydt entschlossen, den Chor wieder zum Leben zu erwecken, verpflichteten sie den damals erst 19-jährigen studierten Kirchenmusiker und Organisten Hans Schäfer aus Venn als Chorleiter. Er leitete den Polizeichor 50 Jahre lang bis zum 13. April 2002. Beim Frühjahrskonzert 2002 im Mönchengladbacher Opernhaus übergab er „seinen Chor“ an seinen Nachfolger Theo Dahmen.

Mit 16 Jahren hatte Hans Schäfer bereits an öffentlichen Schülerkonzerten teilgenommen und ab dieser Zeit auch drei Jahre lang am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf Kirchenmusik studiert. Er war damals der jüngste Schüler und machte sein Organistenexamen mit 19 Jahren. Mit 17 Jahren leitete er bereits den MGV „Laetitia Venn“, der überwiegend aus jungen stimmbegabten Sängern bestand. Deshalb war er in der Leitung eines Männerchores nicht ganz unerfahren, als er den Polizeigesangvereins als Chorleiter übernahm. Außerdem wurde er damals auch Chorleiter des MGV „Liedertafel Dülken 1824“. Organist und Leiter des Kirchenchores der Pfarre „Maria Empfängnis“ in Venn wurde Hans Schäfer 1954. 1965 erhielt er eine nebenberufliche Anstellung als Musiklehrer bei der Städtischen Musikschule Mönchengladbach.

Hans Schäfer wurde mit dem Mönchengladbacher Polizeichor ab 1970 fünfmal „Meisterchor des Sängerbundes NRW“. Auch gewann er mit dem Chor zweimal Volksliederwettbewerbe des Sängerbundes. Ferner wurden ihm eine Anzahl ehrender Auszeichnungen der verschiedenen Sängerbünde und der Stadt Mönchengladbach zuteil. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen als Chorleiter wurde ihm im Dezember 1972 der Titel „Chordirektor (ADC)“ verliehen. Höhepunkt seines musikalischen Lebens war die Verleihung der Bundesverdienstmedaille durch den Bundespräsidenten am 01.12.2004 aufgrund seiner herausragenden Verdienste um den Chorgesang allgemein und als erfolgreicher Leiter mehrerer Gesangvereine und eines Kinderchores.

Seit April 2002 ist Hans Schäfer „Ehrenchorleiter“ des Polizeichores Mönchengladbach. (Foto: Heinz Vogel, Mönchengladbach – 1990)

Musikdirektor Theo Dahmen

Der damals 43-jährige Kempener Kirchenkantor Theo Dahmen leitete den Polizeichor acht Jahre lang mit großem musikalischen Geschick und Talent. Zum 31. Dezember 2009 kündigte er aber seine Zusammenarbeit mit dem Polizeichor, weil in seiner Kempener Pfarrgemeinde organisatorische Veränderungen bevorstanden, die ihn zwangen künftig drei Kirchengemeinden als Kantor und Leiter der Kirchenchöre zu betreuen. Da blieb ihm für zusätzliche „Freizeitarbeit“ kaum noch Zeit. Theo Dahmen schied vom Polizeichor „in Freundschaft“ und bot auch seine künftige Zusammenarbeit im Rahmen seines Terminplanes an.

Der 1959 in Mönchengladbach-Neuwerk geborene Theodor Matthias Dahmen begann seine berufliche Laufbahn bereits als siebenjähriger Schüler mit einer musikalischen Ausbildung bei Chordirektor Johannes Bröckers in Neuwerk. Nach zusätzlichem Musikunterricht in der Städtischen Musikschule Mönchengladbach begann er 1981 ein Klavierstudium an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. 1983 wurde er in die Abteilung “Katholische Kirchenmusik” der Hochschule aufgenommen. 1985 machte er die Reifeprüfung “Klavier”. 1988 wurde er 1. Preisträger beim hochschul- internen “Gottfried-Schreuer-Wettbewerb” für choralgebundenes Orgelspiel. 1988 machte er sein A-Examen, die Kantorenprüfung. 1990 folgte das Konzertdiplom “Orgel”.

Bereits in den 80ger Jahren war Theo Dahmen nebenamtlich in mehreren Mönchengladbacher Kirchengemeinden als Organist tätig, besonders in Neuwerk und Odenkirchen. Seit 1990 ist er Kantor der Propsteikirche Kempen. Aufgrund seiner besonderen fachlichen Qualifikation und seiner erfolgreichen Arbeit als Chorleiter wurde er mit Wirkung vom 1. April 2005 zum Musikdirektor (FDB) ernannt.

Mit dem Polizeichor nahm Theo Dahmen an vier Leistungssingen des Sängerbundes NRW teil und führte den Chor im Juni 2008 bei einem Chorwettbewerb in Werl zum „Meisterchor“. Es war der sechste „Meistertitel“ des Polizeichores.

Theo Dahmen, Jahrgang 1959, erinnert sich an 50 Jahre Bundesrepublik

Im Rahmen einer Berichtsreihe zum Thema „60 Jahre Bundesrepublick Deutschland“ interviewte die Wochenzeitung „Stadt-Spiegel Kempen“ auch unseren Chorleiter Theo Dahmen und veröffentlichte am 03.06.2009 folgenden Artikel:

„Zehn Jahre Bundesrepublik Deutschland waren schon vergangen, als Theo Dahmen in Mönchengladbach-Neuwerk geboren wurde. Neben dem Klavierspielen war Fußball die zweite große Leidenschaft des Jungen, der nach der Grundschule das bischöfliche Albert-Magnus-Gymnasium in Dülken besuchte…..

An die Orgel wurde Theo Dahmen mit 13 Jahren vom Pfarrer seiner Heimatgemeinde herangeführt. „Schon in der Schulzeit zeichnete sich ab, das ich das später beruflich machen will“, erzählt er…..

1974 (fand) die Fußball-WM (statt), die die deutsche Mannschaft im Finale in München glücklich mit 2:1 gegen die Niederlande gewann. „Ich habe das Spiel in Farbe beim Nachbarn gesehen“, erinnert sich der Kantor. 1976 – beim Besuch von Verwandten in Dresden – stand er erstmals vor dem Kantor Theo Dahmen 2009Trümmerfeld der Frauenkirche. „1992 habe ich dann sehen können, wie man anfing die Steine zu nummerieren“, erzählt er. „2006 bei einem Dresdenbesuch mit dem Gospelchor ‚Good News‘ stand ich dann staunend vor der fertigen Frauenkirche. Ich konnte nur schlucken.“ Die 70er Jahre waren für Theo Dahmen auch vom RAF-Terror gekennzeichnet….. – von der Geiselbefreiung in Mogadischu, wohin Terroristen die Lufthansamaschine „Landshut“ entführt hatten. „Für uns waren die GSG-9-Männer Helden“, erinnert er sich an die Stimmung, die damals herrschte. Bewegt haben ihn auch große politische Entscheidungen. Allen voran das gescheiterte Misstrauensvotum von Rainer Barzel gegen Willy Brandt im Jahr 1972 und die Ablösung von Helmut Schmidt durch Helmut Kohl im Oktober 1982, diesmal durch ein geglücktes Misstrauensvotum. Generell meint er aber: „Die Politiker sind zu weit weg, sie handeln zu abgehoben.“ Die 80er Jahre standen bei Theo Dahmen vor allem im Zeichen der beruflichen Ausbildung an der Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Das Ereignis des Jahrzehnts war für ihn natürlich die deutsche Wiedervereinigung. Nicht mit der Geschichte der BRD, sondern mit der Deutschen Geschichte wurde Dahmen 2005 konfrontiert, als er zusammen mit einem Schulchor die polnische Stadt Krakau und das Vernichtungslager Auschwitz besuchte. „Dort konnte man sehen, was Menschen anderen Menschen antun können.“ Seit 15 Jahren arbeitet der Kirchenmusiker nicht nur in Kempen, sondern lebt auch hier. In St. Hubert-Bentheide („Mitten in der Natur“) hat er mit seiner Frau eine neue Heimat gefunden. Sein 14-jähriger Sohn wurde bereits in Kempen geboren.“ (Bericht und Foto: Lutz Schütz)

 

Chorleiter Christian Wilke

Christian Wilke leitete den Polizeichor vom 01.03.2010 bis 31.12.2013. Er studierte zunächst Musikwissenschaft an der „Robert Schumann-Hochschule Düsseldorf“ und Germanistik an der „Heinrich-Heine-Universität“ in Düsseldorf. Bald darauf wechselte er zum Fach Musiktheorie und in jüngster Zeit zur Schulmusik an der Folkwang-Hochschule Essen. Außerdem studiert er Mathematik an der Universität Duisburg-Essen.

Schwerpunkte seines musikalischen Aufgabenbereiches sind zum einen das Klavierspiel, zum anderen das Komponieren und Arrangieren von Musik aller Sparten. Er erhielt zudem eine Ausbildung als Sänger, Chorleiter und Saxophonist. Er ist Mitglied des Saxophon-Quartetts der Folkwang-Hochschule, welches u. a. auch mehrfach in der Essener Philharmonie zu hören war.

Seit seinem Kindesalter wirkte Christian Wilke in zahlreichen Musikensembles und Chören mit, war aber auch als Solo-Pianist und als Chorleiter tätig.

Chorleiter Christian Wilke kündigte seine Zusammenarbeit mit dem Polizeichor zum Ende des Jahres 2013 aus persönlichen und beruflichen Gründen. Er wollte seinen Wohnsitz nach Köln verlegen.

 

Bericht der „Rheinischen Post“ vom 14.07.2010

Wenn Christian Wilke über Musik spricht, blüht er auf. Dann gestikuliert er mit den Händen oder variiert seine Mimik von freudig-lächelnd bis konzentriert-ernst. Fünf Chöre hat der erst 29-jährige Musikpädagoge bislang geleitet. Jetzt ist ein sechster hinzugekommen: der Polizeichor Mönchengladbach. Wilke tritt damit die Nachfolge von Theo Dahmen an. „Ich halte das für eine großartige Chance, Kunst und Musik öffentlich wirksam zu machen“, so das ehrgeizige Ziel des in Krefeld ge- borenen und in Tönisvorst lebenden Musikers. Nach seinen ersten Chorproben fühlt er sich bestätigt: „Jede Nuance wird von den Sängern umgesetzt. Das macht Riesenspaß.“

Zum Polizeichor Mönchen- gladbach gelangte er durch eine Empfehlung von Bernd Erich Brinkmann. Der Chorleiter des Collegium Musicum Krefeld lernte ihn bei der Leitung anderer Chöre kennen und war von seiner Professionalität begeistert. Schnell war der Kontakt zu Hans-Rolf Jansen, dem Vorsitzenden des Mönchengladbacher Polizeichors, hergestellt.

„Mir ist wichtig, die Tätigkeit als Chorleiter hauptberuflich auszufüllen“, betont Wilke, der seiner Arbeit intellektuelle Tiefe verleihen will. Was er damit meint? Er nennt ein Beispiel: „Ich würde mich sehr freuen, auch mal etwas aus meiner eigenen Feder aufführen zu dürfen.“ Eine Messe für den Frauenchor Oedt, dessen Leiter er auch ist, hat Wilke bereits komponiert.

Und auch wenn es um fremde Literatur geht, schwingt Wilke nicht einfach nur den Taktstock. Er greift gerne selbst ein. Denn einfach so ändern, das hält er für „unverantwortlich“. Da verwundert es nicht, dass er seinen neuen Chor gleich umgekrempelt hat. Ganz im Dienste der Musik, versteht sich. So hat Wilke die Tenor- und die Bass-Stimmen regelrecht durchgemischt. „Die Mittelstimmen schallen jetzt nach innen, die Ober- und Unterstimmen ins Publikum“, erklärt der musikalische Leiter. Die Stimmen tragen sich so gegenseitig wie ein Stahlgerüst“, ergänzt er. Kurzum: Der Klang sei fülliger, ausgeprägter, wie ein Dolby-Surround-Klang, beschreibt Wilke die Wirkung.

Und wie steht es um das Repertoire des modernisierten Chors? „Ich bringe grundsätzlich das Stück „Wenn liebe in Dir ist“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“ mit in die Proben“, so Wilke. „Dadurch lässt sich Tradition und Moderne wunderbar mischen“, meint er. Wilke will, dass Chöre wieder Zuwachs bekommen, und weiß: „Es ist leichter, mit moderner Musik zu begeistern“. Aber auch traditionelle Literatur will der 29-Jährige zu neuer Blüte erwecken: „Ich will auch alte Stücke so haarklein einstudieren, dass jede Note unter die Haut geht und alle Altersgruppen berührt.“ (von CHRISTIAN HENSEN)